Live on stage...

Insomnium - 12.12.2019 - Esch/Alzette (Luxemburg)

 

Insomnium sind eine der wenigen Bands, die man so oft ansehen kann, wie man will und die dabei nie ein schlechtes Konzert spielen. Mit neuem Album im Gepäck spielen die Finnen am vorletzten Tag der gemeinsamen Tour mit THE BLACK DAHLIA MURDER in Luxemburg Stadt, genauer gesagt im altehrwürdigen "Den Atelier". Es dominieren Kerzenleuchter, passend zum festlichen Anlass des Abends. 

 

THE BLACK DAHLIA MURDER haben das Problem, dass sie in Ermangelung eines Openers direkt den Trockenstart hinlegen müssen. Dies gelingt ihnen jedoch recht gut, da das bereits jetzt schon fast volle Atelier den schnellen, brutalen Deathcore amerikanischer Prägung dankend annimmt. Persönlich gefallen mir THE BLACK DAHLIA MURDER eher weniger, da auch sie wieder einmal als eine austauschbare Band der neueren, amerikanischen Metalszene erscheinen, die zwar einen ordentlichen Härtegrad bieten, jedoch irgendwie nicht zünden bei aller Härte.

Immerhin stimmt bei THE BLACK DAHLIA MURDER die Attitüde und vor allem die Optik – die komplette Band hat lange Haare, was sie allein schon vom schicken, hippen Einerlei der amerikanischen Kollegen abhebt. Musikalisch gefallen die Jungs aus Detroit, Michigan besonders in den Midtempo-Nummern, die neben lustigen Ansagen ("Luxemburg, Luxemburg...a city with the same name as the county")zu gefallen wissen. Ansonsten bleibt eher das Gefuchtel von Sänger Trevor in Erinnerung als die Musik. Den Anwesenden im Atelier gefällt`s, mir nicht.

 

Was jedoch sehr gefällt, sind INSOMNIUM. Die Finnen sind dermaßen sympathisch und musikalisch dermaßen professionell, dass man jedesmal ins Staunen kommt, wenn man wie heute das Privileg hat, diese Band live sehen zu dürfen. Auch die Setlist bietet alles, was Fans von INSOMNIUM hören wollen aus allen Phasen des Schaffens der Finnen. Dabei gefallen den Headbangern im luxemburger Atelier vor allem die Songs aus der "Above the Weeping World"-,"Across the Dark"- und "One for Sorrow"-Ära, sprich der stärksten Phase INSOMNIUMS.

 

"While We Sleep" wird zum Triumphzug für die Finnen an diesem Abend. Besonderes Highlight auch eine Zwei-Mann-Cowboy-Performance der superben Gitarrenfraktion Vanhala/Liimatainen, die den eigentlich obligatorischen Schlussakkord "One for Sorrow" in einem Akustik-Medley verbauen. Den Abend beenden INSOMNIUM dann überraschenderweise mit dem Titeltrack des neuen Albums "Heart Like A Grave", was auch ein schöner Schlusspunkt eines schönen Konzerts ist. Einziger Kritikpunkt des Abends ist die Spielzeit, denn INSOMNIUM gehen nach gerade einmal einer Stunde und zwanzig Minuten von der Bühne, was leider zu wenig ist bei rund 31 Euro Eintrittspreis.

 

 

Von Paul Seilner

 

Fotos: Paul Seilner für Headbanger Magazine

 

Live klang das Ganze dann ungefähr so:

 

https://youtu.be/WuZcs-W2xnc

https://youtu.be/blI-XWisqQA

 



Moonspell, Rotting Christ - 10.12.2019 - Esch/Alzette (Luxemburg)

 

Düsterhymnen aus der Randmetalia. Ein Abend für den Dark Metal

 

Wenn Legenden wie Rotting Christ und Moonspell zusammen auf Tour gehen, bedeutet dies einen Pflichttermin für Freunde der düsteren Metalklänge. Und da das Package aus Silver Dust, Rotting Christ und Moonspell auch in Esch in der Kulturfabrik am 10.12. gastierte, haben wir von Headbanger uns aufgemacht, diesem Abend der Vertreter der Randmetalia beizuwohnen. Schließlich zählen zwei der drei Bands zu den Legenden des Black/Dark Metal in ihren Heimatländern.

 

Zu Beginn vor erschreckend wenig Publikum präsentieren sich Silver Dust. 2013 gegründet, zeigen die Schweizer eine amüsante Mischung aus Viktorianischer Gewandung, Zirkusartistik und Multimedia Einsatz. Doch aller Show-Effekte zum Trotz ist der Auftritt eher etwas ziellos, mal Dark, mal Black, mal System of a downig, aber noch definitiv in der Findungsphase, was Stil und Botschaft angeht. Für einen Opener aber vollkommen ok.

 

In Griechenland sind Rotting Christ Legenden und das zu Recht. Keine andere Band bläst den Fans derart rhythmischen Black Metal um die Ohren und hat dabei auch noch so viel Freude am Spiel. Von

Spielmüdigkeit keine Spur! Dazu eine breite Klangwand und Hymnen wie "666", "Apage Satana", "Non Serviam", "Fire, God and Fear" oder "Grandis Spiritus Diavolos", das animiert zum circle pit.

Überhaupt bestechen die Griechen mit Frontmann Sakis, der bei bester Stimme ist, durch eine kraftvolle Performance, sei es beim synchronen Headbanging von Bass und Gitarre oder bei den dreistimmig heraus gebrüllten Schlagwörtern der Refrains.

 

Nach kurzer Umbaupause dann Portugals Kult gewordener Dark-Metal-Export Moonspell. Dass in Luxemburg und insbesondere in Esch sehr viele Portugiesen leben, beschert Moonspell ein Heimspiel. Fast scheint es so, dass in der Umbaupause die Kulturfabrik nach Lissabon gebeamt wurde. Mit ausdrucksstarkem Geschnatter wie auf einem randromanischem Basar und enthusiastischen, aber unverständlichen Begrüßungsrufen betreten Fernando und Co die Bühne. Nun ist die Kulturfabrik zum

Bersten gefüllt. Und Moonspell geben richtig Gas. Das neue, 12. Studioalbum heißt "1755" und ist Programm, denn Fernandos Auftritt mit Laterne und Hut versetzt das Publikum ins düstere, apokalyptische Lissabon, das damals von einem schweren Erdbeben und anschließendem Tsunami heimgesucht wurde, der die Hälfte der damaligen Bevölkerung auslöschte. Apokalypse pur, unterstützt durch die Tatsache, dass alle Songs auf Portugiesisch gesungen sind. Moonspell haben Bock und geben Gas. Gleich als dritter Songs kommt das Superhit Opium daher - aus voller Kehle mitgesungen vom feiernden Publikum. Das Set ist abwechslungsreich und spannend. Neben den neuen Songs "1755", "Em Nome do Medo", "In Tremor die", "Ruínas" oder "Evento" geben die Portugiesen auch Hits wie "Vampiria", "Night Eternal" oder "Everything Invaded" zum Besten. Das bei bretthartem Sound, fantastischer Lightshow und einer ausgewogenen Mischung aus Ansagen auf Englisch, Portugiesisch und Französisch (oftmals intraphrasal geswitched). Ein stimmlich bestens aufgelegter Fernando bedankt sich unendlich oft beim Publikum, heute Abend

bekommen die Fans Wertschätzung pur, auch das macht diese Bands zu echten Lieblingen der Szene. Und so geht ein extrem gelungener Konzertabend, der durch die Zugabe "Full Moon Madness" extrem gekonnt abgerundet wird, nach dreieinhalb Stunden (inkl. Umbaupausen) zu Ende.

 

 

Von Joya Ghosh

 

Bilder: Joya Ghosh und Krishna Ghosh für Headbanger Magazine



Kataklysm, Whitechapel, Fleshgod Apocalypse, Dyscarnate - 04.12.2019 - Saarbrücken

 

Die MTV Headbangers Ball Tour schafft es immer wieder große Namen und Newcomer zusammen auf die Bühne zu bringen. Jedes Jahr kommt dabei ein exquisites Package zusammen, welches die Reise definitiv Wert ist. Wir haben uns für euch ins Getümmel gestürzt, genauer gesagt in die Garage in Saarbrücken, wo die MTV Headbangers Ball Tour am 04. Dezember Station machte.

 

Bei Ankunft wird klar: Das wird hier heute nicht ausverkauft sein. Die verkürzte Halle samt geschlossener Bar in der Haupthalle sprechen eine deutliche Sprache. Klar, Konzerte an einem Wochentag, welche bereits um 18.30 Uhr beginnen, haben einen schweren Stand. Auch der gepfefferte Eintrittspreis von rund 40 Euro dürfte den ein- oder anderen Headbanger abschrecken

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DYSCARNATE aus England machen den Beginn heute. Die brutalo-Deather gehen engagiert zu Werke, haben aber ein optisches Problem. Ein Dreier kommt nie besonders dynamisch rüber. Zwar hilft es enorm, dass DYSCARNATE gleich zwei Sänger am Start haben, Die Songs der Briten gehen jedoch nicht wirklich ins Ohr; erst gegen Ende des Sets kommt etwas Atmosphäre auf. Insgesamt ok als Opener, jedoch eher etwas für die anwesenden Damen: Es dominieren Kurzhaarschnitte und jede Menge Bizeps in zu engen schwarzen Shirts.

 

Ganz anders FLESHGOD APOCALYPSE aus Italien. Die Truppe ist schon optisch eine Wucht in ihren Kostümen samt rudimentärem Corpsepaint. Dazu noch die Opernsängerin in feinem Zwirn und Tasten-Zampano Francesco Ferrini am Piano, der immer an Onkel Fester aus der Adams Family erinnert. Und auch musikalisch können FLESHGOD APOCALYPSE gleich von Anfang an überzeugen. Der technische Death Metal mit Klassik-Einflüssen, den die Band in einer beeindruckenden Geschwindigkeit spielt, sucht seinesgleichen und ist ein Alleinstellungsmerkmal der Italiener. Tommaso Riccardi ist ein starker Sänger, dem es mit seinen Mitstreitern gelingt, die mittlerweile mehr als halb gefüllte Garage mitzureißen bis zum letzten Ton. Geiler Auftritt!

 

Ganz im Gegensatz zu WHITECHAPEL. Zwar ist es cool, dass die Amerikaner mit drei Gitarren die Bühne entern, jedoch was nützt dies, wenn die Songs nicht zünden? Auch nerven die dauernden Breakdowns und die Deathcore-typischen Wechsel zum cleanen Gesang. WHITECHAPEL präsentieren sich als Teil der in großen Teilen langweiligen, gleichgeschalteten amerikanischen Metal-Szene, die immer wieder die gleichen Bands produziert, welche völlig austauschbar erscheinen. Hinzu kommt das Gehampel, die Tunnel in den Ohren und die gewollte Attitüde, auch wenn der Härtegrad stimmt. Fazit: WHITECAPEL ist eine Boygroup!

 

Wie es richtig geht, zeigen KATAKLYSM an diesem Abend einmal mehr. Unglaublich wie viel Energie diese Band immer noch auf die Bühne bekommt auch nach 28 Jahren des Bestehens. Die Franko-Kanadier sind von Beginn an so dermaßen präsent, wie es nur die alten Hasen sein können. Dabei ist neben Frontmann Maurizio, der mit jeder Menge Sympathie punkten kann, vor allem die Gitarrenfraktion beeindruckend, die von der ersten bis zur letzten Minute durchgängig die Haare schüttelt, als gäbe es kein Morgen. Die Setlist lässt heute keine Wünsche offen, präsentieren KATAKLYSM doch eine schöne Auswahl aus nahezu jedem Album der Bandgeschichte. Vor allem die Songs der Über-Alben "Shadows and Dust" und "Serenity In Fire" werden von wirklich Jedem in der Garage frenetisch gefeiert, allen voran "As I Slither", das zum Triumphzug wird für KATAKLYSM.

 

Die Brutalität, der Fatalismus, den KATAKLYSM live transportieren und die lupenreine, energiegeladene Präsentation machen die Kanadier zu einer besten Livebands überhaupt im Death Metal. Schade, dass die Band nicht in noch größere Touren gebucht wird. Sie hätten eine größere Bühne verdient. Erst kürzlich konnten wir mit ARCH ENEMY (auf Tour mit AMON AMARTH) eine völlig überbewertete Band auf wesentlich größerer Bühne sehen. KATAKLYSM haben die besseren Songs, die bessere Performance, die größere Energie. Daran ändert auch die mit rund 60 Minuten viel zu geringe Spielzeit bei einem happigen Eintrittpreis (auch mit einer sehr guten Supportband wie FLESHGOD APOCALYPSE sollten anderthalb Stunden das absolute Minimum für jeden Headliner sein!) nichts.

 

Was für ein grandioses Konzert!

 

 

Von Krishna Ghosh

 

Fotos und Videos: Larissa Verhoeven und Krishna Ghosh für Headbanger Magazine



Amon Amarth, Arch Enemy, Hypocrisy - 02.12.19 - Esch/Alzette (Luxemburg)

 

Swedish Invasion in der Rockhal

Wie das Berserker-Triumvirat das Großherzogtum erobert

 

Sie haben sich aufgemacht, die ganze Welt zu bespielen und kommen als Teil der Berserker World Tour 2019 auch für diverse Auftritte in Europa vorbei: Das Schweden-Package deluxe, bestehend aus Hypocrisy, Arch Enemy und den Kriegsherren Amon Amarth. Wir haben uns ins Großherzogtum Luxemburg aufgemacht und sehen uns die Schwedish Invasion in Esch, nahe der französischen Grenze an.

 

Klar wird gleich zu Beginn: Die Rockhal wurde durch eine vorgezogene Bühne und einen hinteren, abgeteilten Teil verkleinert. Sonst hätten sich die etwa 3000 Todesmetaller auch gar zu sehr in der riesigen Rockhal verlaufen. Imposant ist der französisch-deutsch-luxemburgische Auflauf dennoch - immerhin handelt es sich hier um ein Death Metal-Konzert.

 

Den Auftakt machen Hypocrisy pünktlich um 18:30, deshalb empfiehlt es sich, sich gleich nach Ankunft in die Halle zu begeben. Die Combo um Mastermind Peter Tägtgren muss auf den kurzfristig ausgefallenen Michael Hedlung verzichten und stehen mit Thomas Elofsson und André Skaug am Bass auf der Bühne. Diese ist in eine modrige, blaugrüne Lichtstimmung gehüllt, wobei die Band vorwiegend von hinten angestrahlt wird. Los geht’s mit "Fractured Millenium" und "Adjusting the Sun" und sofort wird klar: Die Jungs haben richtig Lust auf`s Spielen. Und so werden den Fans die Riffs nur so um die Ohren gepfeffert, während Tägtgren gutturale Urlaute ausstößt, dass es das Death Metal-Herz nur so freut. Leider ist die Setlist recht kurz, doch mit "Fire in the Sky" und "Eraser" sind auch echte Klassiker dabei im dreiviertelstündigen Auftritt. Und natürlich darf mit "Roswell 47" als Zugabe die exzellente Darbietung abgerundet werden.

 

Nach einer kurzen Umbaupause betreten Arch Enemy die Bühne. An den schwedischen Death Metallern um die kanadische Sängerin Alissa White Gluz, scheiden sich irgendwie immer wieder die Geister. Technisch absolut perfekt, scheinen die Songs jeglichen Ohrwurm Charakter zu entbehren und nur das Alleinstellungsmerkmal der weiblichen Growlstimme allein macht noch keinen Hit. Man fragt sich, ob die Band auch dermaßen erfolgreich wäre, würde ein 100kg/2m-Hühne am Mikro stehen und eben nicht Alissa. Dennoch begrüßt die Halle, die sich mittlerweile gut gefüllt hat, die Schweden mit enthusiastischem Gebrüll. Sicher, das mag auch und nicht zuletzt an dem in enges genopptes Leder gehüllten Fahrgestell der Sängerin liegen, dennoch wird ab dem Opener "The World is yours" mitgegrölt, was die Stimme hergibt. Es folgen "War Eternal", "My Apokalypse", "Ravenous" und "Under black flags we march". Technisch exzellent gespielt und mit bester Stimme gesungen reißen Arch Enemy die Halle mit und Alissa White Gluz rennt, kickt und springt mit derart viel Elan über die große Bühne, dass so mancher anwesende Headbanger neidisch die von Arthrose geplagten Knochen massiert. "As the pages burn", "No Gods, no masters", "Dead bury their dead" und "Nemesis" schicken einen Teil der anwesenden Headbanger endgültig ins glückselige Nirwana. Dennoch völlig überbewertet!

 

Was soll man noch sagen zu Amon Amarth? Die Schweden sind eine Hausnummer, unangefochten seit Jahren an der Spitze des Melodic Death Metal, sympathisch und immer voller Energie. Zur

Welttournee mit dem 11. Studioalbum im Gepäck bringen die Todesmetaller um Sänger und Front-Wikinger Johan eine eindrucksvolle Bühne im Gepäck mit. Ein überdimensionaler Wikingerhelm, dessen Zentrum das Schlagzeug beherbergt, fährt immer wieder in luftige Höhen. Die Augen sind Bildschirme, auf denen die Insignien des Viking Metal (Feuer, Wasser, Krieg) in Endlosschleife gezeigt werden. Nach dem Intro nebst fallendem Vorhang betreten die Wikinger mit viel Rauch und Feuer die gigantische Bühne und zimmern mit "Raven’s Flight" los. "Runes to my memory" und "Death in Fire" folgen. Dazwischen fordert Johan Hegg die Fans immer wieder zum Mitsingen auf.

Viking Metal ohne Pathos und Klischee? Geht das? Ja, bei Amon Amarth geht das. Denn, die vielleicht untypischste Death Metal Band scheut sich nicht vor singbaren Riffs und freundlichen Ansagen sowie Selbstironie:„Come on, sing along. It doesn’t matter, if you don’t know the lyrics, it`s Death Metal, nobody knows the lyrics!”. "Crack the Sky", "The way of the Vikings", "Prediction of Warfare" lassen die Temperatur in der Rockhal steigen. Die Halle bebt und alle haben richtig viel Freude an dem, was da geboten wird. Sogar Crowdsurfer gibt es heute Abend in Esch. Beeindruckend fetzen Amon Amarth den glücklichen Fans Hit um Hit um die Ohren. "Guardians of Asgard" und "Raise your horns" sind moderne Klassiker, die wirklich auch die letzte Kehle öffnen und auch mit französischem Accent gut klingen. Überhaupt beeindrucken das Feuerwerk und die Bühnenausstattung, die wahlweise um zwei 10 Meter hohe Wikingerstatuen oder einen Drachenkopf erweitert werden kann. Johan ergreift auch mal beherzt den mythischen Hammer Mjöllnir und prügelt auf den Drachen ein und die Welt wird kurzerhand reduziert auf den endlosen Kampf von Gut gegen Böse. "The Pursuit of the Vikings" und "Twilight of the

Thunder Gods" gibt es als Dessert, bevor die Schweden nach gut 85 Minuten ein letztes Mal auf die Fans das Trinkhorn heben. Ein bisschen zu wenig für 50 Euro Eintrittspreis. Zwei fantastische Supportbands und eine tolle Bühne gleichen dies aber wieder aus.

 

Fazit: Die Berserker Tour kommt in einem Hammer-Package daher, das Spaß macht und sich durch ein wirklich gelungenes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet. Ein absolut genialer Abend!

 

 

Von Joya Ghosh

 

Fotos und Videos: Paul Seilner für Headbanger Magazine



The 69 Eyes + Lacrimas Profundere - 19.10.19 - Trier

 

Noch nie hatte ich The 69 Eyes live erleben dürfen und das, obwohl ich die Finnen bereits seit über 10 Jahren höre. Anlässlich des 30(!)jährigen Bestehens der Band kommen The 69 Eyes nun gemeinsam mit Lacrimas Profundere nach Trier.

 

Viele Goths und viele in die Jahre gekommenen (Metal-)Fans hier heute im Mergener Hof. Es dominieren kleine Mädchen in süßen Klamotten und alte Grauköpfe, die wohl schon etwas länger als ich Fans sind der 69 Eyes. Gothic-Mäuschen trifft auf Spießbürgertum trifft auf vereinzelte Headbanger...

 

Dabei geht es deftig los vor ungefähr halb vollem Mergener Hof. Lacrimas Profundere treffen mit viel Einsatz den Nerv der Zuschauerschaft. Auch ist der Sound des Vierers heavy genug, um die anwesenden Headbanger zu überzeugen. Und auch mich reißt die Mischung aus Gothic-Metal und Dark Rock mit. Lacrimas Profundere haben ausschließlich Hits zu bieten, die voll ins Ohr gehen. Stark auch die Stimme von Julian Larre, dem neuen Sänger der Deutschen.

 

Anschließend wird`s jedoch etwas lahm. The 69 Eyes scheinen nach 30 Jahren etwas hüftsteif geworden zu sein. Von den früheren Metal-Sounds weit entfernt, präsentieren sich The 69 Eyes nur noch als solide Rockband, die zwar wie Goths aussehen, aber träge und alt daherkommen. Fünf Leder-Uschis, die sich kaum bewegen! Immerhin stimmen die Songs der Finnen und die Stimmung im Mergener Hof ist gut. Ein geiler Auftritt ist aber etwas anderes....

 

Nach einer Stunde und 20 Minuten ist das Ganze dann auch schon vorbei. Ob man dafür 26 Euro zahlen möchte, sei jedem selbst überlassen. Ich fand`s gar nicht mal so geil.

 

Fotos und Videos: Krishna Ghosh für Headbanger Magazine

 

Von Krishna Ghosh



Kasino Metal Nights Vol.2 - 19.10.2019 - Trier

 

Until the light takes them – brachial-feingrooviger Dampfwalzensound verschlingt die Fans bei der 2. Kasino Metal Night

 

Trier, 19. Oktober, 20:30 Kornmarkt. Wenn sich der sonst so beschauliche Platz im Herzen von Deutschlands nach eigenen Angaben ältester Stadt mit langhaarigen Kuttenträgern und konsequent in düsterem Schwarz gekleideten Menschen füllt, kann dies nur einem Anlass Rechnung tragen: Headbanger-Music lädt zur Volume 2 der Kasino Metal Nights ein.

 

Los geht es im bestens gefüllten Kasino mit der Frankfurter Death Metal-Legende Journey of D.C. Deren Sound ist brachial, direkt und sehr rhythmisch und die Fünfer-Kombo (übrigens: mit Lady an der Gitarre) sorgen auch gleich dafür, dass sich auch die letzten palierenden und rauchenden Metalheads eilig die traditionsreichen Stufen emporschwingen und den Saal füllen. Nacken rotieren, Haare schwingen und Hüften kreisen ist angesagt. Dass die Hessen sichtlich Spaß am Spielen haben, sorgt für richtig gute Stimmung beim Auftritt des Openers. Groovige Sounds, harte Riffs und eine Stimme, die direkt aus der Hölle zum Metalfan zu gurgeln scheint:"Steig herab zu mir und wir feiern hier eine fette Sause", prägen den Auftritt der sympathischen Hessen. Was auch kann man mehr wollen, als eine technisch einwandfreie Darbietung, viel Herzblut in der Gurgelstimme und eingängige Songs. Ein mehr als gelungener Auftakt.

 

Auffallend gelungen ist auch die Lightshow, welche den harten Klängen wohldosiert und angenehm abwechslungsreich, eine zusätzliche emotionale Tiefe verleiht. Richtig geil kommen hierbei auch die beiden Subwoofer rechts und links der Stage, die den dröhnenden Bass und die Double Bass direkt ins Metalherz schicken. Hier wurde im Vergleich zur letzten Metal Night mächtig aufmunitioniert!

 

Nach kurzer Umbauphase betreten Desdemonia aus dem Nachbarland Luxemburg die Stage. Die Kombo um die Dosser-Brüder gilt als Begründer der luxemburgischen Metal Szene. Das will was heißen und daher sind die Erwartungen auch hoch. Und Desdemonia wissen, wie man die Fans zum Rotieren bringt, mit ihrem melodischen und überraschend groovigen Death Metal lösen sie den wohl ersten Pogo-Circle im Kasino aus. Bezaubernd sympathisch und mit extrem viel Herz rocken Desdemonia das Haus, wobei sowohl stimmlich als auch spielerisch keinem Besucher aufgefallen sein dürfte, dass Sänger Tom Dosser einen dicken Verband um seinen Fuß trägt. Die Luxemburger sind eben echte Profis und sie sind angereist, obwohl dieser sich aktuell einen schmerzhaften Bänderriss zugezogen hat. Die Einstellung stimmt also und das Motto des Abends „Keep supporting Death Metal“ ist Programm.

 

Überhaupt zieht die Volume 2 der Kasino Metal Nights immer mehr die Freunde der harten Klänge in das altehrwürdige Etablissement. Gut 160 Fans und damit doppelt so viele wie bei der Erstauflage haben sich eingefunden, um den Underground und die Extremmetal-Szene zu unterstützen. Ist das überhaupt noch Underground? Wahnsinn!

 

Gegen 22:45 Uhr wird die düstere Bühne mit viel Rauch und einem Horror-Intro eingehüllt. Es ist Zeit, die Unterwelt anzurufen und dem Grauen Einlass zu gewähren. Menschenfresser aus Trier gehören zu den festen Institutionen des Metal und dürfen sich auf ein Stelldichein ihrer festen Fanbase verlassen. Und so gelingt es Robert, Holly und Knegge auch schnell, die Fans zum Mitsingen zu überzeugen. Hits wie „Inzest“ oder „Der Moorgott“ beschreiben gelungen, was die Menschenfresser antreibt. Düstere Horrofilmszenarien und tiefe Deathklänge mit einem Schuss Deutschrock, allerdings gurgelnd vorgetragen, sind prägend für den Sound der Trierer.

 

Am Ende gegen 00:15 Uhr ist es ein gelungenes Heimspiel und ein würdiger Abschluss der Headbanger Metal Night im Kasino, welcher ausschließlich zufriedene Gesichter in die dunkle Nacht der wie ausgestorben wirkenden Kornmarkt-Szenerie entlässt. So muss ein Metalabend für Freunde der harten Klangart aussehen, Danke Headbanger-Music, danke Kasino Metal Night!

Bleibt festzuhalten: Headbanger-Music und das Kasino haben es geschafft, eine Nische gekonnt zu füllen und ziehen die Freunde härterer Metalklänge ins Herz der altehrwürdigen Stadt.

Spätestens jetzt ist auch klar, dass Todesmetal und das Kasino als Veranstaltungsort durchaus stimmig vereint werden können.

 

Live klang das ganze dann ungefähr so:

https://youtu.be/b16zFuWCDtg

https://youtu.be/0jjqTp5U8nQ

 

Übrigens: Bereits jetzt stehen Bands und Termin für Vol. 3 fest: Am 28. März 2020 geben sich Mission in Black aus Ulm (mit Sängerin Steffi Stuber, bekannt aus „The Voice of Germany 2019“), Frostland aus Köln und Sleepers' Guilt aus Luxemburg die Ehre. Karten gibt es bei Headbanger-Music unter www.headbanger-music.de oder Ticket Regional. Stand up and keep supporting Death Metal.

 

 

Von Joya Ghosh

 

Fotos und Videos: Joya Ghosh und Krishna Ghosh für Headbanger Magazine



Metallica - 26.05.2019 - Mannheim

 

Wie verfasst man ein Konzertreview über ein Metallica-Konzert? Ein Review über die beste Metalband der Welt. Nach sagenhaften 23 (!) Jahren sehe ich heute Metallica zum zweiten Mal. Gott bin ich alt...

 

Wir sind schlau, reisen spät an, vermeiden dank Ortskenntnis die Staus, die auch jetzt noch sichtbar sind und kommen auf kurzem Fußweg schnell auf das Gelände am Maimarkt. Laut Presse werden 60.000 Besucher erwartet. Kommt mir gar nicht so viel vor. Klar ist, eine Veranstaltung dieser Größenordnung sieht man nicht alle Tage. Anderthalb Stunden Stillstand auf dem Parkplatz beim Versuch der Abreise nach dem Konzert zeugen hiervon, aber das hatten wir auf dem Schirm.

 

Zu diesem Zeitpunkt spielen Ghost bereits (Bokassa haben wir verpasst. Aber heute ist eh jeder nur wegen Metallica hier). Und auch heute werden die Schweden nicht meine Lieblingsband. Zu sehr beißt sich das Auftreten mit dem rockigen Sound. Als dann noch das Saxophon einsetzt bin ich raus.

Nach einem Kaffee begeben wir uns mit einem Bier bewaffnet (5,50 Euro plus 2 Euro Pfand - euer Ernst?) in den Innenraum. "Front of Stage" nennen die Veranstalter den Bereich. Geile Sicht, kein Gedränge. Danke Rafeek und Danish!!! Ohne euch wäre das Konzert nur halb so geil geworden!

 

Die Bühne? Der Wahnsinn! Der Sound? Glasklar und mit viel Druck! Und Metallica selbst? Immer noch der absolute Hammer! Nochmal kurz zur imposanten Bühne: Sehr geiles Design und außer bei der triumphalen Rückkehr der Onkelz am Hockenheimring 2014 und 2015 habe ich bisher nichts gesehen, was größer und spektakulärer wäre als die Stage, die uns Metallica heute hier in Mannheim aufbieten.

Die Four Horsemen sind auch nach 4 Monaten in Europa kein bisschen müde und wenn, dann merkt man es ihnen zu keinem Zeitpunkt an. Dies mag auch daran liegen, dass das heutige Konzert das letzte der Tour darstellt. Entsprechend gelöst wirken Metallica heute.

 

Die Jungs legen los wie die Feuerwehr - mit vielen neuen Songs allerdings. Erst "Sad but true" lässt alte Hasen wie mich freudig mitgrölen. Ein wohliger Schauer legt sich über das Gelände. Metallica haben nichts von ihrer alten Klasse eingebüßt und gehen auch heute noch mit äußerster Härte zu Werke. Leider macht das unglaublich unnötige "St.Anger" von gleichnamigen Album, welches ebenso unnötig ist, den Spirit erst einmal wieder zunichte. 

Aaaaaaaber: Metallica wären nicht Metallica, würden sie nicht mit "One", "Master of Puppets", "For Whom the Bell tolls", Creeping Death" (in doppelter Geschwindigkeit! Wahnsinn!) und dem genialen "Seek & Destroy" eine Klassikershow allerhöchster Güte hinlegen und damit aber auch den letzten der anwesenden Headbanger zufriedenstellen. Das Ganze findet hauptsächlich auf der kleinen Bühne, die weit draußen inmitten der Zuschauer (im "Front of Stage"-Bereich) steht und über einen ewig langen Steg erreichbar ist, statt. Erinnerungen werden wach an die "Load"-Tour vor 23 Jahren (mit der Bühne inmitten der Halle), der ich beiwohnen durfte in der Mannheimer Maimarkthalle seinerzeit (für 63 D-Mark). Die vier Jungs so nah beieinander zu sehen ist eine Freude. Keine Spur von Starallüren und das Rio Reiser-Cover ist der Knaller!

 

Als Zugabe gibt`s noch "Spit Out the Bone", "Nothing else matters" und "Enter Sandman", das gemeinsam mit einem kleinen Feuerwerk den Abend abschließt. Zweieinhalb Stunden Spielzeit sind gemeinsam mit der gigantischen Bühne und dem tollen Sound den Eintrittspreis von 100 Euro wert. Wenn  man überhaupt irgendetwas bemängeln will, dann sind es ein paar schwache Songs zu viel in der Setlist von den neueren Alben der Band. Aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau...

 

Also wie verfasst man ein Konzertreview über ein Metallica-Konzert? So wie jedes andere Review auch. Und dann kommt man zu dem Schluss, dass man eines der besten Konzerte in seinem Leben gesehen hat heute Abend, am 25. August 2019! 23 Jahre nachdem man das schon einmal erleben durfte! Ein einmaliges Erlebnis im Leben eines jeden Headbangers!

 

 

Von Krishna Ghosh

 

Fotos und Videos: Krishna Ghosh und Joya Ghosh für Headbanger Magazine

 

 

Live sah das Ganze dann ungefähr so aus:

https://youtu.be/okmPnKAyg98

https://youtu.be/wmP0sSHAPIE

https://youtu.be/VlYkMiEAlHw

https://youtu.be/5_R5rSmHgpE

https://youtu.be/otbHyyLpNbo

 

 

Seltlist Metallica:

  • Hardwired Intro
  • Hardwired
  • The Memory Remains
  • The Four Horsemen
  • The God that Failed
  • The Unforgiven
  • Confusion
  • Moth Into Flame
  • Sad but True
  • The Outlaw Torn
  • St. Anger (preceded by Kirk & Rob's Cover of "König von Deutschland" )
  • One
  • Master of Puppets
  • For Whom the Bell Tolls
  • Creeping Death
  • Seek & Destroy

Encore:

  • Spit Out the Bone
  • Nothing Else Matters
  • Enter Sandman (with 'The Frayed Ends of Sanity' outro)


Marduk, Valkyrja - 10.05.2019 - Metz, FR

 

Zwar hatten wir Marduk bereits im vergangenen Dezember für euch gesichtet und für gut befunden, jedoch ist ein Ausflug in die französische Metalszene und der niedrige Ticketpreis von 21 Euro die erneute Reise wert.

 

Das La Bam in Metz ist eine top moderne und erstaunlich große (wahnsinns Höhe der kleinen Halle) Location mit einer riesigen Bühne, die ich so hier nicht erwartet hätte. Nette Leute an der Bar und ein überraschend gutes, französisches Bier vom Zapfhahn plus ein Foodtruck ("Bros Burgers") runden den Metal-Abend ab. Nur der Bierpreis ist ein schlechter Scherz (5 Euro für 0,5l).

 

Survival Is Suicide aus Barcelona eröffnen den Reigen. Der Zweier (Schlagzeug und Bass!) macht erst einmal einen guten, rumpeligen Sound, jedoch bleibt der Eindruck, dass ein wenig Gitarre vom Band eingespielt wird. Aber passt scho...

 

Attic passen immer noch nicht. Die Deutschen haben eigentlich einen guten Sound und gute Songs, auch ist der Gesang in den tieferen Parts gut vorgetragen, aber die hohen Kreischer sind dermaßen nervig und schlecht gesungen, dass einem fast das Trommelfell platzt. Man fragt sich ständig was das eigentlich soll. Wie Powerwolf, die auf King Diamond treffen! Und damit nicht für gut zu befinden!

 

Ganz anders Valkyrja. Die Schweden treten mit viel Engagement auf, die Haare fliegen, die Songs der Skandinavier sitzen. Tolle Band, toller Sänger, sehr gute Stage Action und vor allem Hall im Gesang! Wir lieben es!

 

Natürlich lieben wir auch Marduk. Aber es gibt doch immer einige Deppen, die diese Liebe zu schmälern wissen. Und so stehen heute Abend drei Idioten vor der Bühne, die den gesamten ersten Song über ("Panzer Division Marduk") den Hitlergruß zeigen. Die Band geht nicht drauf ein (schade! Hier wünscht sich der kritische Metalfan klare Worte!), die Ordner scheinbar auch nicht. Zwar lassen diese drei Arschlöcher es alsbald sein, jedoch fragt man sich ob die Typen überhaupt auch nur IRGENDETWAS verstanden haben! Und das als Franzosen...

Marduk selbst spielen wieder einmal ein Mörderkonzert! Die vier Schweden reißen das La Bam geradezu ein! Von Beginn bis zum viel zu frühen Ende nach gerade einmal einer Stunde und zehn Minuten wird Vollgas gegeben, Mortuus ist grandios bei Stimme und kreischt die Halle in Grund und Boden. Lautstärke und Abmischung stimmen auf den Punkt von Anfang an. Geiles Konzert zu einem guten Preis! Nur die französischen Fans sind etwas verhalten und könnten sich ihrer Idioten entledigen!

 

Live klang das Ganze dann ungefähr so:

https://youtu.be/xtyTCHRF8eY

https://youtu.be/VdYcGE8mGk0

 

 

Von Krishna Ghosh

 

Fotos: Jeff Hodges für Headbanger Magazine



 

Kasino Metal Night Vol.1: Sacrilegion, Feradur - 23.03.2019 - Trier

 

Samstagabend. Auf dem Trierer Kornmarkt versammeln sich zahlreiche Metaller aus der Großregion. Ein seltener Anblick für die Innenstadt, wo doch die meisten Metal-Veranstaltungen eher außerhalb der Stadtmitte stattfinden. Doch Headbanger - Das unabhängige Musikmagazin und das Kasino Kornmarkt bringen an diesem Abend zwei großartige Bands aus der Region im Kasino am Kornmarkt zusammen: Feradur aus Luxemburg und Sacrilegion aus Trier geben sich die Ehre - bei der ersten Kasino Metal Night!

 

Im schicken, düster dekorierten Kasino geht es los mit Feradur, eine Band aus dem benachbarten Luxemburg. Band und Publikum werden zunächst in dichten Nebel eingehüllt und die diabolischen Klänge des Intros schaffen den perfekten Auftakt. Und dann wird es ordentlich laut! "A Gift From Malevolent Gods" gibt die Marschrichtung der folgenden 55 Minuten vor: Feradur überzeugen mit technisch einwandfreiem Melodic Death Metal und bieten den Zuschauern eine Mischung aus dem aktuellen Album "Epimetheus", aber auch einige neue Songs aus der neuen, bald erscheinenden Platte. Brutal, düster, auf den Punkt, mit viel Spaß und jeder Menge Sympathie zeigen Feradur heute, dass in Zukunft mit ihnen zu rechnen ist!

 

Nach einer angenehm kurzen Pause stehen Sacrilegion auf der schönen Bühne des noch schöneren Kasinos. Und die Haare fliegen! Zurecht, denn die technisch ebenso überzeugend dargebotenen Songs sind extrem eingängig und animieren die Zuschauer zum kollektiven Headbanging. Und die Ansagen des sympathischen Frontmanns Alex lassen niemanden mehr daran zweifeln, dass wir uns in Trier befinden. Die Lokalmatadoren zeigen, wieso sie nicht weniger als die beste Melodic Death Metal Band Triers sind! Sacrilegion spielen heute sogar richtig alte Songs und so beginnt der nach eigener Aussage der Band längste Gig ihrer Karriere mit "Derailed" und endet ebenso nachdem die mittlerweile völlig ausrastenden Fans im Kasino nach anderthalb Stunden die Band selbst nach der Zugabe nicht von der Bühne lassen wollen! Wahnsinn!

 

Fazit: Die erste Kasino Metal Night war ein voller Erfolg! Zwei hervorragende und unheimlich sympathische Bands, ein tolles Publikum und eine klasse Location sorgten für einen rundum gelungenen Abend, der ganz im Zeichen der lokalen (Melodic-)Death Metal-Szene stand. In diesem Sinne: Keep supporting Death Metal!

 

PS: Die zweite Kasino Metal Night findet am 19. Oktober 2019 statt! Stay tuned!

 

 

Von Larissa Verhoeven und Paul Seilner

 

Fotos: Joya Ghosh, für Headbanger Magazine

 

 

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Amorphis, Soilwork - 14.02.2019 - Saarbrücken

 

Ich habe Amorphis-Fans nie ganz verstanden. Klar, die Band hat ihre Daseinsberechtigung, aber die Anhänger feiern ihre Helden als wären sie die geilste Band der Welt. Zweimal durfte ich Amorphis schon live erleben: Auf dem Summerbreeze 2013 als Co-Headliner und als Support von Nightwish auf der Tour 2015, beide Male haben sie mich nicht restlos überzeugt. Heute also die Co-Headlinertour mit Soilwork.

 

Das Package hat es in sich: Nailed To Obscurity sind schon am Spielen als wir die bereits jetzt gut gefüllte Garage in SB betreten. Die Ostfriesen sind direkt packend und gerne hätte ich mehr von den Jungs gesehen, die stark an Insomnium erinnern. Tolle Band, die ihren Weg sicher noch gehen wird!

 

Ganz anders Jinjer. Der Metalcore-/Emocore-Sound der Ukrainer nervt mich gewaltig. Sängerin Tatiana macht zwar einiges her, optisch wie stimmlich, aber die dauernden Tempowechsel gepaart mit dem stylisch-abgeklärten Auftreten der Band, sorgt bei mir eher für Achselzucken, zumal die Songs irgendwie nicht zünden. Seis drum, den Menschen in der Garage gefällt`s jedenfalls...

 

Mir gefallen Soilwork! Die Death-Thrasher aus Schweden haben einfach immer noch Power im Arsch und geben Vollgas. Björn "Speed" Strid ist toll bei Stimme und Laune und reißt die Garage, welche mittlerweile zum Bersten gefüllt ist von Anfang an mit. Dabei gehen neuere Songs mit Klassikern Hand in Hand und fügen sich homogen in die Tracklist des Abends ein. Die Fans allerdings feiern die alten Songs von "Figure Number Five" und "Stabbing The Drama" noch ein wenig mehr ab. Geil!

 

Amorphis lassen es da wesentlich entspannter angehen. Die Finnen wissen eben, dass sie ihre Fans immer im Rücken haben. Die Action auf der Bühne hält sich hierbei arg in Grenzen - vor allem im Direktvergleich mit Soilwork davor! Ausnahme ist hier allerdings Frontmann Tomi Joutsen, der headbangt, superb gurgelt mit einer Dominanz, die höchstens Nick Holmes momentan auf die Bühne bringt, und einfach der Blickfang ist. Die Songs von Amorphis sind eh gut, wenn auch mir persönlich ein wenig zu "weich". Es fehlt die Aggression und die Härte von Soilwork. Dennoch ein schön-entspannter Auftritt und ein tolles Konzert insgesamt mit vier sehr starken Bands, wie meist sehr gutem und lautem Sound, einer Stunde Soilwork und fast anderthalb Stunden Amorphis für 38Euro. Das geht klar.

 

 

Von Krishna Ghosh

 

Fotos: Krishna Ghosh für Headbanger Magazine